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Welche Besonderheiten sind zu beachten wenn bei Ihrem Podenco, Galgo, Greyhound, Wolfhound o.a. Wind- oder Laufhund ein operativer Eingriff notwendig wird ?

WINDHUND & NARKOSE

 

Hallo Podenco in Not - nachfolgend eine Kopie meines Artikels über Narkose beim Irish Wolfhound; die allgemeinen Schlussfolgerungen gelten übrigens für alle Windhunde, wobei noch zu ergänzen ist, dass die Verwendung von Barbituraten beim Windhund (wegen nachweislich tödlicher Wirkung beim Greyhound) strikt zu unterlassen ist:

Narkose bei Irish Wolfhounds

Die Durchführung einer Narkose bei einem IW ist schwierig; diese bittere Erfahrung haben schon viele Besitzer machen müssen.

Warum eigentlich ?

Erstens neigt man das Gewicht eines IW falsch hoch einzuschätzen; viele Besitzer (und auch Tierärzte) überschätzen das Gewicht ihres Hundes. Also muss der Hund vor einer Narkose immer gewogen werden. Das auch eine Basisuntersuchung (Abhören von Herz und Lunge) obligat ist, bedarf wohl keines besonderen Hinweises. Zweitens unterscheidet sich der IW (wie auch andere -insbesondere grosse Windhundrassen) erheblich von anderen Hunden: Das Verhältnis von Fett zu Muskulatur ist zugunsten der Muskulatur deutlich verschoben. Viele Anästhetika aber werden im Fettgewebe gespeichert. Fehlt dieses, kommt es zu einem viel höherem Blutspiegel. Das heisst, die Dosierung nach KG Körpergewicht führt bei einem IW oft zu einer Überdosis mit fatalen Folgen.

Empfehlungen für die Praxis:

Ich kann mir erlauben, über dieses Thema zu schreiben. Ich bin seit über 10 Jahren Facharzt für Anästhesie. Ich darf zwar nach dem Tierschutzgesetz keine Narkosen bei Tieren durchführen, habe aber im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität mit entsprechender Sondergenehmigung Narkosen bei Hunden gemacht und dies vorher unter tierärztlicher Aufsicht gelernt.

Zu empfehlen ist die Narkoseführung "nach Wirkung", d.h. kleine Mengen eines kurzwirksamen Anästhetikums werden wiederholt gegeben, bis die gewünschte Wirkung eingetreten ist. Am einfachsten geht dies mit einem Narkosegerät:

Der Hund wird mit einem kurzwirksamen Schlafmittel (z.B.. Propofol, Handelsname Rapinovet) leicht betäubt; dann wird unter Lokalanästhesie ein Gummischlauch (Tubus) in die Luftröhre eingelegt. Dieser wird mit dem Narkosegerät verbunden und dann atmet der Hund Narkosegase (wie Isoflurane und Lachgas) ein. Die Narkose kann so ganz einfach gesteuert werden. Kommt es zur häufigsten Komplikation einer Überdosierung -dem Atemstillstand-, kann der Hund ganz einfach mit dem Narkosegerät künstlich beatmet werden. Herz und Kreislauf sollten mit einem Pulsoximeter (das ist ein Gerät, das den Sauerstoffgehalt des Blutes mit Licht durch die Haut hindurch messen kann; dabei wird auch der Puls gezählt und ein Mindestblutdruck ist zur Funktion erforderlich) überwacht werden. Supplementiert werden kann eine solche Narkose durch Medikamente, deren (gefährliche) Wirkung man durch Injektion eines Gegenmittels wieder aufheben kann (z.B. Polamivet). Unter einem solchen Medikament können auch kleine Eingriffe, die keine tiefe Bewusstlosigkeit erfordern, durchgeführt werden; aber auch hier gilt: Dosierung nach Wirkung (oder entsprechender Erfahrung!!!).

Die Durchführung einer sicheren Narkose bei einem IW erfordert also einmal eine (teure) technische Ausstattung des Tierarztes und zum Anderen auch dessen Erfahrung (oder zumindest die Bereitschaft, sich durch einen erfahrenen Kollegen beraten zu lassen).

Ich hoffe, ihr Hund braucht nie eine Narkose !

Dr. H.-G. Stanke

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dr. Stanke, der uns diesen Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

 

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